Am 11. Januar 2011 ist die stabile Produktiv-Version 1.6 von Joomla! erschienen. Rund drei Jahre nach Erscheinen der Version 1.5 bringt die neue Version vor allem ein verbessertes und ausgereiftes Benutzerzugriffssystem mit (ACL). Im Unterschied zum vorherigen Versionssprung dürfte der Wechsel von 1.5 auf 1.6 für die Anwender keine große Hürde darstellen und reibungslos von statten gehen. Doch den Entwicklern und der gesamten J!-Gemeinschaft ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zu einem überzeugenden WCMS-Rahmenwerk gelungen. Gratulation und Besten Dank allen, die dazu beigetragen haben! |
| Open Source Software |
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| Geschrieben von: Christof T. Klein |
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Quellcode offene Anwendungen sind heute populär. Fast jeder nutzt sie oder kennt prominente Vertreter z.B. den beliebten Browser Firefox von Mozilla oder das Betriebssystem Linux. Weltweit profitieren viele Software-Entwickler von dem zugrunde liegenden offenen Entwicklungskonzept. Im Falle von Firefox mündet diese Option in die Entwicklung einer Reihe von Erweiterungen sogenannte Add-Ons wie z.B. Firebug oder neuerdings Personas genannte Anpassungen, durch deren Einsatz der Benutzer dem Browser (s)ein "individuelles" Aussehen verleihen kann. Freie Software und "Copyleft"Usrprünglich und bis heute ist die Geschichte von quell-offener Software stark verknüpft mit einer Bewegung rund um Freie Software. Eine herausragende Persönlichkeit ist Richard M. Stallmann. Stallmann gilt als "Vater" der FreieSoftware-Bewegung (engl. free software movement), Erfinder des Copyleft und Begründer der Stiftung Freie Software (engl. free software foundation, FSF). Als Begründer des GNU-Projektes (ein rekursives Akronym mit der Bedeutung: Gnu is Not Unix) hat er maßgeblich zur Verbreitung und Popularität freier Software beigetragen. Weltbekannt wurde der GNU Emacs, ein von Stallmann programmierter Editor.
Um diese Freiheits-Rechte zu sichern, führte Stallmann das sogenannte Copyleft ein. Mit dem Zusatz Copyleft in der Lizenz einer Software verpflichten sich die Ersteller und Nutzer die freie Verfügbarkeit in keiner Form einzuschränken. Das gilt auch für die Kombination mit proprietären Komponenten. Deswegen bewerten nicht wenige Kenner die Hauptlizenz der FSF, die GNU Public Licence (GPL) auch als "infektiös". Nicht richtig ist, dass sich "free" auch in seiner zweiten Bedeutung von kostenlos verstehen ließe. Denn die Freiheit die Software gegen Entgelt anzubieten, bleibt von den meisten Lizenzen der freien Software Bewegung unangetastet, ja sie zählt praktisch gesehen zu den elementaren Freiheiten. Für die auf dieser Seite dargestellte Für eine differenzierte Darstellung verschiedener Varianten freier Software und daraus abgeleiteter Lizenzmodelle siehe auch http://www.gnu.org/philosophy/categories.de.html . Hier ist nicht der Ort, um ausführlich auf die Geschichte und Entstehung freier Software noch auf unterschiedliche Lizenzmodelle einzugehen. Ich möchte mich aber mit einem Aspekt befassen, der für die hier dargestellten WCMS von besonderer Bedeutung ist: OpenSourceSoftware. Open Source Software (OSS)Ausgangs- und Startpunkt ist und bleibt die These vom Wissen der Vielen ("Wisdom of Crowds"). Auf das Wissen vieler Entwickler setzte Linus Torvalds bei der Entwicklung eines quellcodeoffenen und kollektiv erweiterbaren Betriebssystems Linux, für das er den Betriebsystemkern (engl. kernel) vorlegte. Linus inspirierte mit seiner Arbeit und Einsichten (z.B. 'release early, release often') viele andere Entwickler und begeisterte sie zur Mitarbeit. Bei einigen Vertretern freier Software entwickelte sich die Befürchtung, dass durch den teilweise ideologischen Diskurs um den Begriff "frei" die Vermarktungschancen von freier Software gegenüber proprietären Konkurrenten ins Hintertreffen geraten könnte. Dazu zählte auch Eric Raymond. 1998 gründete Raymond gemeinsam mit Bruce Perens und Tim O'Reilly die Open Source Initiative (OSI). Die OSI ist eine Oganisation, die sich der Förderung und Verbreitung von Open Source Software widmet. Bahnbrechend für die Initiative und ihre Ausbreitung des hinter Open Source Software liegenden Entwicklungskonzepts gilt bis heute der von Eric S. Raymond verfasste Artikel die Kathedrale und der Basar, den er 1997 auf dem 4. Linux-Tag in Würzburg vortrug (später umfassend als Buch ders.(2001): The Cathedral and the Bazaar). Wie sich unschwer aus den anfangs wiedergegebenen Definitionskriterien der FSF erkennen lässt, vermutet man ganz richtig, dass die Unterschiede zwischen Freier Software und OSS im wesentlichen auf formaler Ebene liegen, während sie sich inhaltlich und wesentlich gleichen. Das verursacht auch immer wieder Schwierigkeiten bei einer trennscharfen Abgrenzung. Der einzige nennenswerte Unterschied folgt Marketinggesichtspunkten: wie vermeiden wir den Begriff frei, um die ideologischen Implikationen und die Konnotation von "kostet nichts gleich ist nichts wert" auszuschließen. Open Source Software basiert wie freie Software auf einem alternativen Entwicklungsmodell, das einen offenen Quellcode proklamiert.Der entscheidende Unterschied besteht zwischen diesen beiden Formen und proprietärer Software. Offen versus geschlossenGegenüber geschlossenen Konzepten (engl. closed concepts), zur deren Anhängern i.d. Regel die Hersteller proprietärer Software zählen, ist der Programmcode offen. Konkret bedeutet das meist, dass der Programmcode nicht schon interpretiert in binärer Programmsprache vorliegt und als Software verbreitet wird, sondern in einer Form die Menschen zugänglich bleibt, dem Quellcode. Binär-Code besteht aus Einsen und Nullen und kann von Rechen-Maschinen sehr gut, von Menschen fast kaum ausgelesen werden. Durch offenen Quellcode besteht die Möglichkeit, entsprechende Kenntnisse vorausgesetzt, dass ein Mensch den Programmcode lesen, überprüfen und auch verbessern und erweitern kann. Dadurch entwickelt sich die Software schneller als im geschlossenen Konzept.
Handlungsleitende Prinzipien quellcode-offener SoftwareDie wichtigsten handlungsleitenden Prinzipien im Unterschied zu geschlossenen Entwicklungskonzepten lassen sich mit Raymond schnell zusammenfassen:
Beide Aspekte beziehen sich dabei nicht nur auf die Entwickler. Auch die Anwender werden "beliefert" und dadurch frühzeitig in den Prozess miteinbezogen. Sie können ihren Bedarf (i.s. von Nachfragen von Funktionen engl. feature requests) ebenso rückmelden, wie Entwickler ihre Verbesserungsvorschläge artikulieren oder gleich Verbesserungen (i.S. von Flickstücken engl. patches und Fehlerbehebungen engl. bugfixes) einarbeiten können. Vorteile
Mit-entscheidend für das Eintreffen der Vorteile ist der Zustand der Gemeinschaft aus Entwicklern und Anwendern. Die Größe und Lebendigkeit einer Gemeinschaft spielt eine wesentliche Rolle für die Agilität der Entwicklung, ebenso nimmt sie Einfluss auf die Qualität und adaptive Bedarfsdeckung. Wann eine Entwicklung oder ein Projekt stirbt, kann man kaum vorhersehen, ebenso wenig wie jemand den Zuwachs an Popularität prophezeien könnte. Beispiel Joomla! versus MamboSo konnte kaum jemand den Popularitätszuwachs erahnen, den Joomla! erfahren hat, nachdem sich ein Gros der Entwickler mit dem Quellcode von Mambo auf eigene Wege begab. Mambo dagegen hat seither viel von seiner Popularität eingebüßt, aber das Projekt lebt dennoch weiter. Die nachfolgende Grafik vermittelt einen Eindruck dieser Entwicklung im Spiegel der Suchmaschine Google.
Quelle: http://www.google.com/trends?q=joomla%2C+mambo Linux beispielsweise existiert mittlerweile in verschiedenen Derivaten: Suse, Debian, Ubuntu, RedHat/Fedora um nur einige zu nennen. Aus Sicht der Anwender, die beispielsweise von Windows auf Linux umsteigen wollen, hat sich Ubuntu einen Namen gemacht. Obgleich Ubuntu auf Debian basiert, ist es weitaus populärer und deutlich stärker im Einsatz. Die Unterstützung des Projekts durch das Sponsoring des Unternehmens Canonical Ltd., das von Mark Shuttleworth gegründet wurde, mag mit verantwortlich sein für Kontinuität und einige Marketingaspekte. Doch vor allem die Lebendigkeit der Ubuntu-Gemeinschaft von Entwicklern und Fans und die Nähe zu den Anwendern deutet auf den wesentlichen Faktor für den Erfolg der Distribution, deren Name übersetzt soviel wie "Menschlichkeit" bedeuten dürfte. Nachteile
Auch hier gelten Einschränkungen. Galt zum Beispiel lange Zeit das erste Argument als großes Manko, um jeden Nicht-Eingeweihten ferne zu halten, ist es heute nur teilweise zutreffend. Ubuntu beispielsweise bietet umfangreiche Dokumentationen und Hilfen für die Anwender wie die Entwickler an. Daneben bietet Cononical kommerziellen Support für alle jene, die sich nicht selbst helfen wollen oder nicht die Zeit dafür erübrigen wollen, sich selbst schlau zu machen. Da ein OSS-Geschäftsmodell gerade auf diesem Argument basieren kann, hat schon vorher die deutsche Firma Suse bewiesen mit ihrer Suse Linux Distribution, die heute von Novell weiterbetrieben wird. Vorteile aus Sicht von Organisationen und Institutionen
strategische Motive
Gleichermaßen greifen die schon genannten Nachteile mit den aufgezeigten Einschränkungen. Ein weiterer Nachteil besteht in der Eingewöhnung. Seit dem Siegeszug des Computers mit der Vorherrschaft von Microsoft und vor allem windowsbasierten Oberflächen fand eine kollektive Gewöhnung statt. Nicht nur an Programmroutinen haben wir uns gewöhnt, seit Windows 95 bis heute vor allem auch an grafische Benutzeroberflächen, die nicht per Befehl sondern per Klick zu bedienen sind. In der Linux-Welt gehört die Anwendung von Befehlen zur Routine. Doch was Entwicklern als Herausforderung gilt den an grafische Oberflächen gewöhnten Anwender sehr schnell als Überforderung. Es hat eine Weile gedauert, doch nicht allein Ubuntu zeigt, dass das Gros der Anwender die Entwicklung vorantreibt und mitbestimmt. |